eLearning: Tipps, Tricks und Tools


E-Learning: Von Whirlwind zu Mobile Learning

E-Learning: Die Anfänge

Wer die Architektur des Internet entwickelt hat, die erste eMail verschickte oder das World Wide Web erfand, ist bekannt. Aber wer hat das e-Learning erfunden? DigitalThink reklamiert für sich, e-Learning als Erste im Jahr 1996 eingesetzt zu haben. Als erstes Unternehmen hatte DigitalThink interaktive Lernprogramme ausschließlich über das Internet angeboten. Die geistigen Väter des e-Learning waren jedoch Persönlichkeiten, wie die Psychologen B. F. Skinner oder F. Keller. Sie haben bereits in den 60er Jahren die Grundsteine gelegt und den Computer im Unterricht eingesetzt.

Aber was ist eigentlich E-Learning? E-Learning wird häufig lediglich als ein Sammelbegriff für alle Arten von technologiebasiertem Lernen angesehen: "E-learning: Covers a wide set of applications and processes such as Web-based learning, computer-based learning, virtual classrooms, and digital collaboration. It includes the delivery of content via Internet, intranet/extranet (LAN/WAN), audio- and videotape, satellite broadcast, interactive TV, and CD-ROM." (Definition der American Society for Training & Development, ASTD). Wir sind präziser: E-Learning bezeichnet Lerninhalte mit einem erkennbaren didaktischen Konzept, die in einem Web-Browser aufgerufen werden können..

Das erste computergestützte Training

Die Entwicklung des Internet nimmt ihren Anfang mit der Gründung der Advance Research Agency (ARPA) im Jahr 1958. Die ARPA hat - ganz im Zeichen des Kalten Krieges - den Auftrag von der US Regierung, Computernetze für die Landesverteidigung zu entwickeln. Die Antwort auf diese Herausforderung ist ein neuartiges verteiltes Netz, das auch dann noch funktionsfähig bleibt, wenn mehrere Rechner gleichzeitig ausfallen. Ende der 60er Jahre wird mit dem Aufbau des ARPANET - dem Vorläufer des heutigen Internet - begonnen.

In das gleiche Jahrzehnt fällt auch die Geburtsstunde des computergestützten Lernens. Bereits in den 50er Jahre wird der von Forrester und Everett am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte Computer "Whirlwind" für die Ausbildung von Piloten eingesetzt. Whirlwind nimmt drei Stockwerke in Anspruch und ist der erste Computer, der speziell für real time control entwickelt wurde. Heute steht der Rechner im MIT Museum in Cambridge. Forrester und Everett werden wenige Jahre später mit der National Medal of Technology ausgezeichnet.

Video: Skinner erklärt seine Teaching Machines

Skinners Lernmaschinen

Im Jahr der ARPA Gründung veröffentlicht B. F. Skinner den ersten Artikel über Teaching Machines in der renommierten Zeitschrift Science. Jahrelang hat der berühmte Psychologe und Behaviorist die Prinzipien des Lernens erforscht. Er entdeckte dabei die Gesetzmäßigkeiten zwischen Belohnung, Bestrafung und Lernerfolg. Die zentrale Erkenntnis von Skinner besagt, dass Lernen durch unmittelbares, positives Feedback (das er als Verstärkung bezeichnete) gefördert wird, während sich Bestrafung negativ auswirkt.

Nach Skinners Überzeugung, müssen Situationen, in denen der Lerner Fehler begeht und für diese bestraft wird, unbedingt vermieden werden. Das Lernen soll behutsam in kleinen Schritten erfolgen. Der Schwierigkeitsgrad darf nur langsam zunehmen. So wird der Lernprozess von vielen kleinen Erfolgserlebnissen begleitet. Treten Fehler dennoch auf, sollten sie durch Wiederholung sanft korrigiert werden.

Mit Hilfe von mechanischen Lehrmaschinen bringt Skinner seine Methode in den Schulunterricht ein. Skinner war zu der Überzeugung gelangt, dass kein Lehrer seine Methode so gut umsetzen kann wie eine Maschine.

Programmierter Unterricht

Skinner hat mit seiner Forschung nachhaltig zum Verständnis von Lernprozessen beigetragen. Seine Lernprinzipien stellen die erste wissenschaftlich begründete Vermittlungsstrategie dar. Skinner wird damit zum Vater des Instructional Design. Skinners Ansatz wird unter dem Namen "programmierte Instruktion" schnell weltbekannt.

Arbeiten Skinners Lehrmaschinen zunächst noch rein mechanisch, werden Ende der 50er Jahre die ersten Zentralcomputer eingesetzt. Die Umsetzung mit Hilfe der Computertechnologie liegt quasi in der Luft, da die einfachen Prinzipien genau den Fähigkeiten der ersten Rechenmaschinen entsprechen. So wird 1960 das Forschungslabor für computergestütztes Lernen an der Universität von Illinois eingerichtet, wo Donald Bitzer etwas später beginnt, das PLATO (Programmed Logic Automated Teaching Operations) System aufzubauen. Das System basiert auf Skinners Lernprinzipien und ist lange Zeit sowohl in technischer als auch in inhaltlicher Hinsicht einzigartig.

Das erste Multimedia-System

PLATO ist das erste Multimedia-Ausbildungssystem. Schnell wird es um kollaborative und kommunikative Funktionen (Chat, Notes, Multiplayer Games) erweitert und bedient schließlich Hunderte von Lern-Terminals in den USA. Aus dem Projekt gehe eine der ersten Autorensprachen "Tutor" hervor. Parallel zu Tutor entwickelte IMB die Autorensprache Coursewriter. Auch Macromedias bekannte Autorensoftware Authorware wurzelt im PLATO Projekt.

Mobile Learning für 1 Million Dollar

Zur gleichen Zeit entwickelt die Stanford Universität am Institute for Mathematical Studies in the Social Sciences (IMSSS) ein computer-basiertes Programm für hochbegabte Grundschulkinder. IBM bringt dazu mit dem IBM 1500 das erste Computersystem speziell für computerbasierte Instruktion (CAI) auf den Markt. Das System wird fast ausschließlich von Universitäten eingesetzt, da es nicht ganz billig ist. Nach heutigen Maßstäben kostet die Hardware für 16 Anwender mehr als eine Million U.S. Dollar. Auf LKW fährt die Penn State University das System als Mobile CAI Facilities durch Nord Amerika. Das System kann bereits mit IBM's Autorensprache Coursewriter programmiert werden. Außerdem ist es eines der ersten Multi-User-Systeme.

Instructional Design...

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